Verwaltungspraktikum – Eckdaten

Praktikantinnen und Praktikanten können ihre jeweilige Vorbildung durch eine entsprechende praktische Tätigkeit in der Bundesverwaltung ergänzen, vertiefen und dadurch Berufspraxis erwerben. Erfahren Sie hier alle Eckdaten zum Verwaltungspraktikum im Bundesdienst.

Ziel

Das Verwaltungspraktikum soll die Möglichkeit bieten, die jeweilige Vorbildung durch eine entsprechende praktische Tätigkeit in der Bundesverwaltung zu ergänzen und zu vertiefen und somit eine zusätzliche Qualifikation zu erwerben sowie die Einsatzmöglichkeiten und Verwendungen im Bundesdienst kennen zu lernen. Zu diesem Zweck findet bei länger als drei Monate dauernden Verwaltungspraktika nach Möglichkeit eine Rotation statt. Das Verwaltungspraktikum stellt somit als Ausbildungsverhältnis eine Schnittstelle zwischen einer Vorbildung und einer späteren Berufsausübung, sei es beim Bund oder einem anderen Arbeitgeber, dar.

Rechtsgrundlage

§§ 36a bis 36d des Vertragsbedienstetengesetzes 1948 (VBG)

Dauer

Das Verwaltungspraktikum wird befristet für eine Höchstdauer von zwölf Monaten eingegangen.

Wird diese Höchstdauer nicht ausgeschöpft (etwa Verwaltungspraktikum in den Ferien zwecks Erwerbs von Praxiserfahrung), können auch weitere Verwaltungspraktika abgeschlossen werden. Die Zeiten als Verwaltungspraktikantin bzw. Verwaltungspraktikant dürfen jedoch für eine Person insgesamt zwölf Monate nicht übersteigen.

Dienstzeit

Die regelmäßige Wochendienstzeit beträgt 40 Stunden.

Ausbildungsbeitrag

Der Verwaltungspraktikantin bzw. dem Verwaltungspraktikanten steht ein monatlicher Ausbildungsbeitrag zu, der sich nach dreimonatiger Tätigkeit als Verwaltungspraktikantin bzw. Verwaltungspraktikant erhöht. Auf diesen Dreimonatszeitraum werden bereits absolvierte Verwaltungspraktika angerechnet.

Der Ausbildungsbeitrag beträgt ab 1. Jänner 2016 bei entsprechender Verwendung: 

Verwendung1. bis 3. Monat (Betrag in Euro) ab dem 4. Monat (Betrag in Euro)
für Absolventinnen und Absolventen eines Diplom-, Bachelor-, Master- oder Doktoratsstudiums gemäß § 87 Abs. 1 des Universitätsgesetzes 2002 sowie
für Absolventinnen und Absolventen eines Fachhochschul-Bachelorstudienganges, eines Fachhochschul-Masterstudienganges oder eines Fachhochschul-Diplomstudienganges gemäß § 6 Abs. 2 des Fachhochschul-Studiengesetzes
1.272,352.544,70
für Absolventinnen und Absolventen einer höheren Schule (Reife- und Diplomprüfung bzw. Reifeprüfung)943,601.887,20
für Absolventinnen und Absolventen einer mittleren Schule oder nach Erlernung eines Lehrberufes838,751.677,50
für sonstige Verwaltungspraktikantinnen und -praktikanten784,051.568,10

Zusätzlich besteht allenfalls Anspruch auf Kinderzuschuss.

Für jedes Kalendervierteljahr gebührt darüber hinaus eine Sonderzahlung in der Höhe von 50 Prozent des Ausbildungsbeitrages.

Bei Vorliegen der Voraussetzungen (Beanspruchung des Pendlerpauschales) wird auch ein Fahrtkostenzuschuss gewährt.

Für Dienstreisen gebühren Reisegebühren nach Maßgabe der Reisegebührenvorschrift 1955.

Abfertigung neu

Für Verwaltungspraktikantinnen und -praktikanten werden Beiträge zur Betrieblichen Vorsorgekasse geleistet.

Verhinderung durch Krankheit oder Unfall

Im Krankheitsfall wird der Ausbildungsbeitrag bis zu einer Dauer von 28 Kalendertagen weitergezahlt.

Freistellung

Die Verwaltungspraktikantin bzw. der Verwaltungspraktikant hat Anspruch auf Freistellung (entspricht Urlaub) im Ausmaß von 200 Stunden bei einer Dauer des Verwaltungspraktikums von zwölf Monaten (in den ersten sechs Monaten dürfen maximal 16 Stunden pro begonnenem Kalendermonat verbraucht werden).

Darüber hinaus kann aus wichtigen persönlichen Gründen eine dem Anlass angemessene Freistellung bis zu drei Arbeitstagen gewährt werden.

Soziale Absicherung

Verwaltungspraktikantinnen und -praktikanten sind für die Dauer des Verwaltungspraktikums in der Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung nach Maßgabe des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes pflichtversichert und in der Arbeitslosenversicherung auf Grund des Arbeitslosenversicherungsgesetzes 1977 versichert.

Für werdende Mütter und Mütter nach der Entbindung gelten die Beschäftigungsverbote des Mutterschutzgesetzes 1979.

Beendigung des Verwaltungspraktikums

Neben dem Fristablauf kommen als Beendigungsmöglichkeiten in Betracht:

  • einverständliche Lösung
  • schriftliche Erklärung der Verwaltungspraktikantin bzw. des Verwaltungspraktikanten spätestens zehn Tage vor der beabsichtigten Beendigung
  • schriftliche Erklärung der Leiterin bzw. des Leiters der Dienststelle ebenfalls spätestens zehn Tage vor der beabsichtigten Beendigung, jedoch nur aus bestimmten Gründen wie gröbliche Dienstpflichtverletzung, gesundheitliche Nichteignung, Nichterreichung des Arbeitserfolges, Handlungsunfähigkeit, Vertrauensunwürdigkeit
  • vorzeitige Auflösung aus wichtigem Grund (Entlassung bzw. Austritt)
  • Wurde ein Probemonat vereinbart, kann das Verwaltungspraktikum in dieser Zeit von beiden Seiten jederzeit ohne Angabe von Gründen aufgelöst werden.

Zeugnis

Der Verwaltungspraktikantin bzw. dem Verwaltungspraktikanten wird beim Ausscheiden aus dem Ausbildungsverhältnis ein schriftliches Zeugnis über die Dauer und die Art ihrer bzw. seiner Verwendung und Ausbildung ausgestellt.

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Unsere Videobotschafterinnen und -botschafter stellen sich vor.

Infoveranstaltung Mobilitätsmanagement für interessierte Bundes­bedienstete:
7. Dezember 2016, 15 bis 16:30 Uhr, 1010 Wien